Wie können Eltern ihre hochsensiblen Kinder insbesondere in Übergangszeiten begleiten und stärken? Diese berichten in der Beratung häufig von Beobachtungen, dass ihre Kinder bereits früh eine hohe Sensibilität im Hinblick auf ihre Sinne zeigen. Schon als Babys und Kleinkinder nehmen sie ihre unmittelbare Umgebung sehr
intensiv wahr. Mit ihren Augen beobachten sie aufmerksam und ausdauernd das Geschehen um sie herum. Auch im Hinblick auf ihre Bedürfnisse und Gefühle sind sie bereits sehr sensibel und empfindsam.
Hochsensibilität – ein Persönlichkeitsmerkmal
Worum geht es dabei? Prof. Michael Pluess, der in London eines der weltweit bekanntesten Forschungsteams zur Hochsensibilität leitet, definiert Sensibilität (engl. sensitivity) als „die Fähigkeit, Informationen über die Umwelt wahrzunehmen und zu verarbeiten.“ Für Pluess ist
nach mehr als 20 Jahren Forschung klar, dass die Sensibilität des Menschen ein anerkanntes, empirisch nachweisbares Persönlichkeitsmerkmal ist. Pluess beschreibt die Empfindsamkeit der Sinne als „das Ergebnis eines komplexen Wechselspiels zwischen unseren Genen und Erfahrungen, das im Mutterleib beginnt und sich im
Laufe des Lebens fortsetzt.“* Hochsensibilität ist daher aus seiner Sicht ein natürliches Persönlichkeitsmerkmal, das auch genetisch bedingt ist.
Jeder Mensch ist in einem gewissen Maß sensibel. Nach Pluess gibt es drei Stufen: 30 Prozent der Kinder haben eine niedrig ausgeprägte Sensibilität, 40 Prozent befänden sich in einem mittleren Spektrum und weitere 30 Prozent würden als hochsensibel eingestuft. Bildhaft verwendet Pluess die Begriffe „Löwenzahn, Tulpen und OrchideenKinder“. Im Folgenden geht es also um die sogenannten „OrchideenKinder“…
Mehr im Artikel aus „Lichtblick, Magazin für praktizierte Individualpsychologie, Heft 137, Was Kinder stark macht“
September 2026


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