Gerade in den Sommerferien stehen viele Eltern von hochsensiblen Kindern vor der Herausforderung, mit ihren Kindern gemeinsam die Zeit vor einem besonderen Übergang im Leben zu bewältigen. Dies kann beispielsweise der Übergang von der Kita in die Grundschule oder der Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule sein. Hochsensible Kinder lernen dabei, bereits Vertrautes hinter sich zu lassen und sich auf Veränderungen in einem bedeutsamen Lebensbereich einzustellen. Die Herausforderung ist für sie häufig, den Übergang von einer vertrauten Situation zur nächsten Situation zu meistern.
In ihrem Grundlagenwerk „Das hochsensible Kind“ beschreibt Dr. Elaine N. Aron neun konkrete Impulse für Eltern, um ihren hochsensiblen Kindern die Anpassung an Veränderungen zu erleichtern. Es geht für Eltern vor allem darum, diese Zeit des Übergangs mit ihren Kindern unterstützend zu gestalten und ihr Kind auf die neue Situation gut vorzubereiten.
Hochsensible Kinder finden Veränderungen jedoch oft schwierig, da sie neuen und unbekannten Reizen ausgesetzt sind, die sie möglicherweise auch überwältigen können.
So kann es vorkommen, dass sie emotional mit Angst und Abwehr reagieren oder sich zurückziehen, wenn sie noch wenig hilfreiche Strategien im Umgang mit Veränderungen erlernt haben.
Aus dem Erfahrungsschatz von Dr. Elaine N. Aron können Sie profitieren. In ihrem Buch gibt sie folgende neun Impulse als „Allgemeine Empfehlungen, um Ihrem Kind die Anpassung an Veränderung zu erleichtern (Übergänge und neue Situationen)“:
1. Akzeptieren und verinnerlichen Sie: Ihr hochsensibles Kind empfindet die meisten Veränderungen als problematisch. Jede Veränderung schließt neue Reize ein und da hochsensible Kinder mehr als andere wahrnehmen, sind sie gezwungen, mehr Reize zu verarbeiten.
2. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr hochsensibles Kind die meisten Veränderungen letztlich meistert, wenn Sie ihm genug Zeit lassen.
3. Wenn Sie wissen, dass eine Veränderung unmittelbar bevorsteht, sollten Sie sich vergewissern, dass Ihr Kind physisch gerüstet ist. Das bedeutet ganz grundlegend, dass es vor neuen Situationen möglichst körperlich fit und ausgeruht sein sollte.
4. Verlangen Sie nicht, dass Ihr Kind Veränderungen oder Stressfaktoren bewältigt, wenn es sich bereits in einem Stimmungstief befindet. Aber unterstützen Sie es mit Humor, Spiel, Spaziergängen oder anderen bisher erfolgreichen Stimmungsaufhellern.
5. Überschätzen Sie die Fähigkeiten Ihres Kindes nicht. Hochsensible Kinder können reifer wirken als sie es von ihren Lebenserfahrungen her sind.
6. Je weniger Aufheben Sie von einer Veränderung machen, auf die sich Ihr Kind einstellen soll, desto schneller gelangen Sie ans Ziel.
7. Versuchen Sie zu vermeiden, dass sich Ihr hochsensibles Kind machtlos fühlt. Oft wird das Problem der Überstimulation durch das Gefühl der eigenen Machtlosigkeit verstärkt. Eine hilfreiche Möglichkeit, das Gefühl der eigenen Kompetenz und Stärke wieder herzustellen, sind Wahlmöglichkeiten, die Art und Zeitpunkt der Veränderungen betreffen.
8. Setzen Sie Prioritäten. Versuchen Sie nicht, alle Veränderungen gleichzeitig einzuführen.
9. Sorgen Sie spielerisch für Entspannung, um das Sicherheitsbedürfnis Ihres Kindes zu regulieren.
Diese Zusammenfassung von neun Impulsen ist ein weiterer Blogbeitrag zu „Das hochsensible Kind“ von Dr. Elaine N. Aron (S. 272 – 278). Sie gibt Anregung, um als Eltern Ihr hochsensibles Kind besser zu verstehen und um bevorstehende Übergänge mit Bedacht in den Blick zu nehmen. Das Leben ist Wandel… für Kinder häufig in und dann unmittelbar nach den Ferien.
Die Fachberatung für Eltern von hochsensiblen Kindern trägt mit bei, um gemeinsam praktische und hilfreiche Strategien zu entwickeln, damit Übergänge für Ihr Kind individuell und gelingend gestaltet werden können.
Mehr zu lesen unter:
Elaine N. Aron, Das hochsensible Kind – Wie Sie auf die besonderen Schwächen und Bedürfnisse Ihres Kindes eingehen, mvg-Verlag, 4. unveränderte Auflage 2012
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